Karussell, Autoskooter und Zuckerwattemaschine – warum wir auf den Jahrmarkt gehen

Eigentlich ist der Jahrmarkt eine sehr alte Form der Unterhaltung und stammt noch aus den Zeiten, als es noch kein Fernsehen und keine Zeitungen gab. So war der Jahrmarkt im Mittelalter eine besonders beliebte Art der Volksbelustigung, wobei damals die Unterhaltung einen anderen Charakter hatte als heute. Während nämlich früher z.B. um große Hinrichtungen Jahrmärkte organisiert wurden, die hauptsächlich aus Feuerspuckern, Zauberern und natürlich auch damals schon aus Verkaufsständen bestanden, so sind die heutigen Jahrmärkte doch etwas „zivilisierter“, wobei man gerade in den Abendstunden seine Zweifel daran bekommen könnte. Heute werden uns auf den Jahrmärkten neben den üblichen Dingen, wie Karussell, Autoskooter, Losbuden, Zuckerwattemaschinen und Schießständen auch die ausgefallensten und am gefährlichsten aussehendsten Fahrgeschäfte geboten, die man sich nur vorstellen kann. So kann man sich in den unterschiedlichsten Fahrgeschäften durchschütteln, auf den Kopf stellen, herumwirbeln, in die Tiefe stürzen und in alle Himmelsrichtungen schleudern lassen – natürlich sicher angeschnallt und gefahrlos, aber doch sehr aufregend und oftmals auch etwas zu viel für den Magen. Nicht selten sieht man Leute aus einigen dieser wirbelnden Sitze und Geräte aussteigen und sich erst einmal kräftig übergeben. Oder andere, die sich aufgrund des Herumwirbelns in alle Himmelsrichtungen kaum noch gerade auf den Beinen halten können. Aber Hauptsache, man hat es lebend überstanden und nach 5 Minuten geht es allen Insassen ja auch wieder gut. Wer es lieber ein weniger solider haben möchte, kann sich an das Riesenrad, das Kettenkarussell oder die Geisterbahn halten. Denn auch die haben Tradition auf allen Jahrmärkten und sind eigentlich auf jedem Jahrmarkt ein „Muss“. Und wenn Sie sich noch die Bratwurst mit Pommes und das übliche Popcorn oder den kandierten Apfel einverleibt haben, dann bleibt Ihnen nichts anderes üblich, als sich auf den nächsten Jahrmarkt zu freuen.

Autor: Nicola Lavacca
Datum: Donnerstag, 18. Juni 2009 20:45
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