Die Zeitarbeit

Was waren das damals noch für übersichtliche Berufskarrieren! Hatte man sich nach der Schule für einen Beruf entschieden, war im Regelfall klar, dass man diesen bis zur Rente ausüben würde. Heutzutage ist das fast undenkbar, von Beamten mal abgesehen. Flexibilität ist mittlerweile eine der wichtigsten Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist. Der Arbeitnehmer muss bereit sein, ein Leben lang offen für Neues zu sein und lernen, dass es ganz normal ist, wenn er in seiner Karriere mehrere Arbeitgeber haben wird. Unternehmen erhoffen sich von dieser Situation eine Art Frischzellenkur, denn nur Veränderung bringt frischen Wind. Außerdem sind flexible Mitarbeiter, die man nicht ewig an sich bindet, auch kein Klotz am Bein, wenn die Wirtschaftslage der Firma einmal mies aussehen sollte. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sind Menschen gefragt, die schnell zu bekommen, aber auch wieder „freizusetzen“ sind.

Die Zeitarbeit bietet hier für Unternehmen die passenden Arbeitskräfte. Ob Büro-Jobs, Handwerk, Brandschutz, Maschinenbau oder Regenerative Energien etc. - Zeitarbeitsunternehmen stellen Mitarbeiter und Fachkräfte ein, verleihen diese an verschiedene Unternehmen und bekommen dafür eine Provision. Eine Win-Win-Win-Situation? Für das Unternehmen ja, denn es muss sich nicht selbst um qualifizierte Kräfte kümmern, verpflichtet sich nicht und kann frei entscheiden, wie lange der Zeitarbeiter bleiben soll oder ob er gar fest angestellt wird. Die Zeitarbeitsfirma gewinnt ebenfalls, trägt jedoch ein ungleich höheres Risiko, da sich der Verleih von Mitarbeitern nur wirklich lohnt, wenn die Nachfrage stimmt. Und der Arbeitnehmer erlebt es wahrscheinlich von Fall zu Fall anders. Mal fühlt er sich ausgenutzt, da er quasi als Springer arbeitet. Andererseits ist er froh, dass er überhaupt einen Job ergattern konnte, eine Menge lernt und evtl. sogar eine feste Stelle bekommen kann.

Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt und wird sich angesichts der Wirtschaftskrise auch weiterhin verändern. Man darf gespannt sein.

Autor: Olaf Bartels
Datum: Mittwoch, 6. Mai 2009 19:48
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