UMTS und der Hans im Glück

Wer erinnert sich noch an den früheren Finanzminister Hans Eichel? Kurzfristig nach dem allzu plötzlichen und für viele Kollegen unerwarteten Ausscheiden des damaligen Bundesministers für Finanzen Oscar Lafontaine in die Bundesregierung geholt erfreute sich Herr Eichel im Kabinett der Regierung Gerhard Schröder bald schon über ein Finanzgeschäft das erstmals dazu geeignet war einen Teil der Staatsschulden begleichen zu können: Es ging um den Verkauf der UMTS-Lizenzen an Anbieter der Telekommunikation. Ohne tatsächlich eine Gegenleistung dafür erbringen zu müssen, lagen die Rechte für dieses neue Übertragungskonzept für den Mobilfunk in den Händen des Bundes und so brachte der Verkauf der UMTS-Rechte dem Bundeshaushalt Einkünfte in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Medien sprachen im Zusammenhang mit dem strahlenden Finanzminister zu jenen Zeiten bereits von „Hans im Glück“. Bald schon musste Herr Eichel jedoch erkennen, dass der Verkauf dieser Lizenzen für den Bundeshaushalt auch mit Nachteilen verbunden war, an die zunächst niemand gedacht hatte: Aufgrund der hohen Kosten für den Kauf der Rechte konnten die Mobilfunkanbieter in den folgenden Jahren den Steuerbehörden gegenüber massive Verlustvorträge geltend machen, die wiederum zu Steuerausfällen für das Finanzministerium führten, die den Gewinn aus den Lizenzverkäufen längerfristig nicht unerheblich minderten. Heute ist UMTS als Konzept des Mobilfunks weit verbreitet und auch für den Besitzer eines UMTS fähigen Handys werden schon billige Handyverträge angeboten. Besonders attraktiv gestalten sich für viele Nutzer immer wieder Handybundles mit Vertrag, die den Anwender neben der Option mobil zu telefonieren auch mit so manch attraktivem Zusatzangebot zu überzeugen wissen.

Autor: Andreas Mettler
Datum: Mittwoch, 12. November 2008 20:09
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