Auto fahren
Wer kann sich noch vorstellen, ohne Auto auszukommen? Die Autos sind derart wichtig, um nicht zu sagen: beherrschend, geworden, dass weite Teile der Landschaft ihretwegen umgestaltet worden sind. Besser gesagt: um die Benutzung der Autos zu erleichtern. Mit welcher Ignoranz gegenüber Natur und Tierwelt werden da Lebensräume durchschnitten und Populationen getrennt, nur um die Beweglichkeit der Menschen immer weiter zu erhöhen. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die meisten Menschen zu Fuß unterwegs waren und nur einige mit Kutschen oder als Reiter. Bevor das Lächeln mancher Leute nun in Lachen übergeht: noch vor 50 Jahren gehörten Pferdegespanne zum normalen Straßenbild, sogar noch in vielen Städten. Bis dann in der Mitte der 60-er Jahre der Einbruch kam, den der Autor dieses Beitrags als Kind noch schmerzlich miterleben konnte.
Seitdem wird die Hektik jährlich schlimmer und ein Ende ist nicht abzusehen. Der Lärm und die Abgase, das Rasen und die autogerechten Maßstäbe für Entfernungen sind für die heute heranwachsenden Generationen so selbstverständlich wie Sonne und Mond. Aber auch von denen, die es noch anders kennen, sind viele viel zu gleichgültig gegenüber Natur und Umwelt, als dass Sie merken würden, was da alles zerstört wird und verloren geht, nur um den Menschen ein immer unnatürlicheres und ruheloseres Dasein zu bescheren.
Leider fährt auch der der Autor, obwohl diese Entwicklungen ihn immer wieder erschrecken und abstoßen, ausgesprochen gerne Auto und ist immer gerne unterwegs, wenn auch oft genug mit einem schlechten Gewissen. Und die Welt ist ja auch inzwischen so eingerichtet, dass es ohne Auto gar nicht mehr geht. Und dann gibt es ja noch diejenigen, die ihr Auto zum Angeben benötigen und es dem entsprechend aufmotzen. Aber solche Typen hat es immer schon gegeben, nur dass sich eben das Mittel des Sich-Auffällig-Machens verlagert hat. Es sind die gleichen, von denen es früher hieß: „Narren und Gecken reiten Schimmel und Schecken!” ![]()
