Berufsbezeichnungen aus der Vergangenheit
Wenn man ein wenig herumsucht und über Berufe recherchiert, dann können einem die erstaunlichsten Dinge begegnen. Ganz besonders dann, wenn die Suche aus den üblichen Branchen herausführt und noch mehr, wenn es irgendwo um historische Berufe geht.
Oder wissen Sie vielleicht, was ein Affengießer ist? Mit Affen hat er jedenfalls nichts zu tun gehabt. Es handelt sich um einen Metallverarbeitenden Beruf, der sich mit dem Gießen von Gebrauchsgefäßen und anderen Dingen befasste. Seine Produkte waren Handwasserfässer (was immer das gewesen sein mag), Taufbecken und Bütten ebenso wie kleinere Glocken (die großen machte damals wie heute der Glockengießer) und Weihrauchgefäße.
Landwirtschaftliche Produkte hatte dagegen der Butterführer im Angebot. Er stellt selbst nichts her, sondern kaufte auf dem Lande die heutigen Molkereiprodukte und ein paar ergänzende und passende andere ein, um sie in die Städte zu transportieren und dort wieder zu verkaufen. Hauptsächlich also Butter, wie die Bezeichnung schon sagt, aber auch Eier, Käse und Milch.
Wichtig war sicher auch der Kotzmacher, der einen wetterfesten Stoff herstellte, den es auch heute noch gibt: den Lodenstoff. Und heißt nicht ein Regenumhang auch jetzt noch Kotze. Wer gern wandert, hat das mit Sicherheit schon mal gehört.
Und dann gab es da noch den Bärschneider. Wer nun denkt, dass es maßlos viele Bären gab, deren Rechte der Bärschneider zu beschneiden hatte (wir wissen ja, welch trauriges ende Bären n Deutschland genommen haben und noch nehmen), der irrt sich schon wieder: aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen war der Bärschneider ein Schweinekastrierer.
Und der Unzüchter kam nicht hinter Schloss und Riegel, nein, er verurteilte Leute, die ein Unrecht, damals Unzucht genant begangen hatten. Allerdings war er kein Richter im heutigen Sinn, vielmehr ein Ratsherr, dem diese Aufgabe zufiel.
